INHOUSE-WORKSHOP FÜR FÜHRUNGS- UND FACHVERANTWORTLICHE
Besser entscheiden unter Unsicherheit
Nicht jede Entscheidung kann warten, bis alle Informationen vorliegen. Doch wann reicht die eigene Einschätzung – und wann braucht es einen Test?
Im Workshop erproben die Teilnehmenden eine Informations-Stoppregel und einen kleinen, korrigierbaren Lernschritt: mit klarer Annahme, Grenze, Signal und Zeitpunkt für eine erneute Bewertung.
Tagesworkshop · Inhouse
1 Workshoptag · bis zu 14 Teilnehmende
Für größere Gruppen stimmen wir Format und Konditionen individuell ab.
Vorgespräch, digitales Booklet und Werkzeugkarten inklusive
Vertiefungsimpulse im Anschluss
3.500 € pauschal*
Mit Dr. Oliver Schinnerl
Lektor an der Universität Graz, seit 2007 in Lehre und Erwachsenenbildung.
WARUM DIESER WORKSHOP?
Gute Entscheidungen beginnen mit der Frage, wie wir über sie nachdenken sollten.
Menschen treffen einen großen Teil ihrer Urteile schnell, intuitiv und mit bewährten Faustregeln. Das ist im Alltag unverzichtbar. In ungewohnten, folgenreichen oder schlecht rückmeldenden Situationen können jedoch Anchoring, Framing, Verfügbarkeit, Bestätigungsfehler, Verlustaversion oder übermäßige Sicherheit den Blick verengen. Der Ausgangspunkt ist der Bias Blind Spot: Wir erkennen solche Einflüsse meist leichter bei anderen als bei uns selbst.
Der Workshop verbindet deshalb ein verständliches Arbeitsmodell von 2 Denksystemen mit einer praktischen Entscheidungstriage. Die Teilnehmenden prüfen zunächst, welche Art von Entscheidung vorliegt, wie viel bewusstes Denken sie benötigt und welches Werkzeug tatsächlich hilft. Sie unterscheiden außerdem Bias als systematische Verzerrung von Noise als unerwünschter Streuung vergleichbarer Urteile. Noise wird im Workshop zu Teamentscheidungen praktisch vertieft. Hier liegt der Schwerpunkt darauf, Informationssuche sinnvoll zu begrenzen, Annahmen sichtbar zu machen und kleine, korrigierbare Schritte zu entwickeln, wenn Gewissheit nicht erreichbar ist.
FÜR WEN
Für Menschen, die entscheiden müssen, bevor alles sicher ist.
Der Workshop richtet sich an Führungskräfte sowie an Projekt-, Produkt- und Fachverantwortliche, die Entscheidungen mit unvollständigen Informationen, widersprüchlichen Einschätzungen oder ungewissen Folgen treffen.
BESONDERS HILFREICH, WENN …
Das erste Urteil wirkt überzeugender, als es ist
Ein Anker, eine Formulierung oder eine leicht verfügbare Erfahrung prägt die Einschätzung, bevor Alternativen ernsthaft geprüft wurden.
Die Recherche findet kein Ende
Weitere Informationen werden gesammelt, obwohl unklar bleibt, was die Entscheidung tatsächlich verändern würde.
Handeln und Abwarten konkurrieren
Es fehlt eine belastbare Grundlage dafür, ob ein Schritt gewagt, getestet oder bewusst verschoben werden sollte.
NUTZEN FÜR DIE ORGANISATION
Mehr Klarheit, die auch nach dem Workshop nutzbar bleibt.
Die Teilnehmenden erwerben eine gemeinsame, verständliche Sprache und können die Werkzeuge anschließend selbstständig in ihrem Verantwortungsbereich einsetzen.
Entscheidungen werden weniger von unbemerkten Denkfallen, Scheingenauigkeit und endloser Informationssuche bestimmt.
Für unterschiedliche Entscheidungstypen entsteht eine gemeinsame Sprache über Denkmodus und Werkzeugwahl.
Annahmen, Bandbreiten und Zeitpunkte für eine erneute Bewertung werden nachvollziehbarer.
Teams können begründeter zwischen intuitivem Urteil, genauer Prüfung, Testen und bewusstem Abwarten unterscheiden.
INHALTE
Womit sich die Teilnehmenden konkret beschäftigen.
Der Workshop verbindet verständliche Grundlagen mit typischen Situationen aus dem Führungs- und Arbeitsalltag. Die einzelnen Themen bauen aufeinander auf, ohne einen starren minutengenauen Ablauf vorzugeben.
01 Schnelles und bewusstes Denken besser einordnen
Die Teilnehmenden nutzen System 1 und System 2 als didaktisches Arbeitsmodell – nicht als Beschreibung zweier getrennter Bereiche im Gehirn. Sie erfahren, weshalb Intuition weder grundsätzlich schlecht noch bewusstes Denken automatisch vernünftig ist.
03 Vor dem Entscheiden den passenden Denkweg wählen
Sie prüfen Tragweite, Korrigierbarkeit, Erfahrung, Feedbackqualität und Unsicherheitsart. So wird klarer, wann Intuition genügt und wann ein bewusstes Werkzeug erforderlich ist.
05 Informationssuche sinnvoll begrenzen
Sie prüfen, welche zusätzliche Information eine Entscheidung wirklich verändern könnte, und formulieren dafür eine klare Stoppregel.
02 Mit dem Bias Blind Spot beginnen und wichtige Denkfallen erleben
Sie erkennen, weshalb wir Verzerrungen bei anderen leichter sehen als bei uns selbst und wie Anchoring, Framing, Verfügbarkeit, Bestätigungsfehler, Verlustaversion und übermäßige Sicherheit Entscheidungen beeinflussen können. Dabei geht es nicht um Selbstdiagnosen, sondern um bessere Entscheidungsprozesse.
04 Die eigene Sicherheit realistischer einschätzen
Sie lernen, Einschätzungen als Bandbreiten und abgestufte Sicherheit auszudrücken, statt Scheingenauigkeit zu erzeugen.
06 Mit Außensicht und kleinen Schritten lernen
Sie nutzen Vergleichsfälle, Bandbreiten und begrenzte Tests, wenn eine endgültige Entscheidung noch nicht verantwortbar ist.
Danach Praktisch Können
Was die Teilnehmenden nach dem Workshop besser können.
Die Lernziele beschreiben keine Fachbegriffe, sondern Fähigkeiten, die sich unmittelbar auf typische Entscheidungssituationen übertragen lassen.
Sie erkennen ausgewählte Denkfallen früher und wissen, weshalb niemand völlig frei von ihnen entscheidet.
Sie unterscheiden besser, wann eine intuitive Einschätzung trägt und wann bewusstes, strukturiertes Denken nötig ist.
Sie bestimmen vor der Lösungssuche, welche Art von Entscheidung vorliegt und welches Werkzeug dazu passt.
Sie beenden Informationssuche, sobald zusätzlicher Aufwand keinen relevanten Entscheidungswert mehr hat.
Sie benennen Annahmen, Bandbreiten und die eigene Sicherheit nachvollziehbarer und entwickeln begrenzte Lernschritte.
Werkzeugkasten
Werkzeuge, die bei konkreten Entscheidungen weiterhelfen.
Jedes Werkzeug beantwortet eine praktische Frage. Die Bezeichnung ist zweitrangig; entscheidend ist, wozu es die Teilnehmenden im Arbeitsalltag befähigt.
01
Den passenden Denkmodus wählen
Eine kurze Entscheidungstriage verbindet Tragweite, Korrigierbarkeit, Erfahrung, Feedback und Unsicherheitsart mit der Frage: intuitiv, bewusst oder kombiniert?
Werkzeug: Denkmodus-Navigator
04
Recherche rechtzeitig beenden
Eine vorab formulierte Regel klärt, welche Information noch gesucht wird und wann entschieden werden kann.
Werkzeug: Informations-Stoppregel
02
Denkfallen mit einem besseren Prozess abfedern
Konkrete Gegenmaßnahmen helfen dabei, Anker, einseitige Deutungen, Bestätigungssuche und übermäßige Sicherheit zu begrenzen.
Werkzeug: Bias-Gegencheck
05
Den Einzelfall relativieren
Vergleichsfälle und Bandbreiten schaffen eine belastbarere Ausgangslage als eine einzelne optimistische oder pessimistische Prognose.
Werkzeug: Außensicht und Bandbreite
03
Die eigene Sicherheit besser einschätzen
Abgestufte Einschätzungen helfen dabei, Zuversicht und tatsächliche Wissensgrundlage auseinanderzuhalten.
Werkzeug: Kalibrierungscheck
06
Risikoarm Erkenntnisse gewinnen
Ein kleiner Test verbindet Hypothese, Grenze, Signal, Ausstieg und Zeitpunkt der erneuten Bewertung.
Werkzeug: Reversibler Lernschritt
SO WIRD GELERNT
Verstehen. Ausprobieren. Sicherer anwenden.
Aus vielen Jahren in Lehre und Training weiß ich: Menschen behalten ein Modell nicht allein deshalb, weil es gut erklärt wurde. Sie müssen erleben, welchen Unterschied es in einer konkreten Situation macht.
Deshalb werden die Inhalte verständlich vermittelt, an anschaulichen und teilweise überraschenden Beispielen sichtbar gemacht und anschließend praktisch angewandt. So entstehen Aha-Momente, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern mehr Handlungssicherheit für den Arbeitsalltag schaffen.
01
Verständliche Impulse
Die Teilnehmenden erhalten so viel Theorie wie nötig, in einer Sprache, die ohne fachliches Vorwissen zugänglich bleibt.
02
Konkrete Anwendung
Übungen und typische Entscheidungssituationen machen die Modelle praktisch erfahrbar und zeigen ihren Nutzen ebenso wie ihre Grenzen.
03
Eigener Werkzeugkasten
Die Teilnehmenden übertragen das Gelernte auf ihren Alltag und erhalten übersichtliche Arbeitsunterlagen zum späteren Nachschlagen.
KLARE INHALTE, PASSEND GERAHMT
Der Kern des Workshops steht fest.
Inhalt, Lernziele und Kernwerkzeuge bilden ein fest konzipiertes Standardangebot. In einem kurzen Vorgespräch klären wir Zielgruppe, Sprache und typische Herausforderungen, damit Beispiele und Übungen gut an den Arbeitsalltag der Teilnehmenden anschließen. Tagesstart und Pausen werden an Ihren organisatorischen Rahmen angepasst.
Im Tagesworkshop enthalten
1. Ein kurzes Vorgespräch klärt Zielgruppe, Anlass und organisatorischen Rahmen.
2. Die Teilnehmenden erleben einen vollständigen Workshoptag mit verständlichen Impulsen und praktischer Anwendung.
3. Alle Teilnehmenden erhalten ein digitales Teilnehmerbooklet und passende Werkzeugkarten zum Nachschlagen.
4. Einige Tage nach dem Workshop erhalten die Teilnehmenden eine kompakte Zusammenfassung und ausgewählte Vertiefungsimpulse.
HÄUFIGE FRAGEN
Was Auftraggebende vorab wissen möchten.
Passt dieser Workshop zu Ihrem Anlass?
NÄCHSTER SCHRITT
In einem kurzen Gespräch klären wir Zielgruppe, typische Herausforderungen und organisatorischen Rahmen. Danach erhalten Sie ein transparentes Angebot.
* Preise: Alle angegebenen Preise sind Endpreise. Gemäß der Kleinunternehmerregelung (§ 6 Abs. 1 Z 27 UStG) wird keine Umsatzsteuer berechnet. Reisekosten werden vorab gesondert vereinbart.